Novellierung IT-Berufe
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IHK-Positionspapier Novellierung IT-Berufe

Vorbemerkungen

IHKs haben bei den II-Prüfungen mittlerweile Routine und die Prüfungsverfahren innerhalb des durch die Verordnung gesteckten Rahmens optimiert. Gleichwohl: Die Ruhe trügt! Der Prüfungsaufwand steht nicht im Verhältnis zur Aussagekraft. Trotz der erfahrungsbedingten Ablaufoptimierungen besteht das Ungleichgewicht fort. Die Prüfung der Berufsfähigkeit der Azubis könnte man bei gleicher Aussagekraft auch mit weniger Aufwand erreichen.

Der Abschlussbericht der Evaluierung des BIBB liegt vor - mit den folgenden wesentlichen Ergebnissen:

  •  Hohe Akzeptanz der prozessorientierten Prüfungskonzeption

  • Unklares Verständnis von den Anforderungen an einen Auftrag, um als betriebliche Projektarbeit tauglich zu sein - Forderung nach einem eindeutigen, bundesweit gültigen Anforderungskatalog.

  • Unklare Maßstäbe für Dokumentation, Präsentation und Fachgespräch - Vorschlag nach Aufwertung von Präsentation und Fachgespräch

  • Ganzheitlichkeit steht im Widerspruch zur Trennung von Fach- und Kernqualifikationen . Prüfungsaufwand zu hoch

  • Informationsfluss IHK – Unternehmen - Berufsschule muss besser werden

Nach intensiver Diskussion in der IHK-Organisation wird vorgeschlagenen, die IT-Berufe in moderatem Umfang gezielt zu novellieren. Dabei sollen "Kinderkrankheiten" der Berufe ausgeräumt werden und formale wie inhaltliche und strukturelle Optimierungen vorgenommen werden.

Vorschläge für eine Novellierung der IT-Berufe

Die IHK-Organisation schlägt vor, dass sich die Sozial- und Wirtschaftspartner im Rahmen einer Novellierung folgender Themen annehmen:

Grundsätzliches

Prüfungsstruktur
Eine Zwischenprüfung ohne Aussagekraft passt nicht mehr in die Zeit. Aktuelle Entwicklungen im Prüfungswesen sollen - positive Erfahrungen vorausgesetzt - in einer Novellierung umgesetzt werden. Maßgeblich ist, dass der Gesamtaufwand der Prüfung abnimmt.

Zuschnitt der Profile
Der Zuschnitt der IT -Berufe soll so überarbeitet werden, dass im Ergebnis mehr Trennschärfe in den Profilen und damit Vermittelbarkeit im Arbeitsmarkt und Einsetzbarkeit in den Betrieben erreicht wird. Dabei ist der Entwicklung der Nachfrage nach den einzelnen IT -Berufen Rechnung getragen.

Folgende Fragen sollen in diesem Zusammenhang diskutiert und beantwortet werden:

·                     Überführung des Fachinformatikers mit zwei Fachrichtungen in zwei eigenständige

·                     IT-Berufsprofile?

·                     Zuordnung des IT-Systemelektronikers zu den Elektro-Berufen?

·                     Zusammenführung der beiden kaufmännischen IT-Berufe zu einem kaufmännischen IT-Beruf mit zwei Fachrichtungen?

Bewertung
Die Dokumentation wird mit 50% deutlich zu stark gewichtet. Tatsächlich ist das Fachgespräch die einzige, nachweislich selbständige Prüfungsleistung. Deshalb sollte sie sehr viel stärker gewichtet werden. Dieser Punkt ist im Rahmen einer Neuordnung zu optimieren und eindeutig mit festen Prozentzahlen zu regeln. Dabei ist ein Verzicht auf die Bewertung der Dokumentation in Erwägung zu ziehen.

Betriebliche Projektarbeit
Es besteht keine Klarheit darüber, welche Kriterien ein Auftrag erfüllen muss, um als betriebliche Projektarbeit tauglich zu sein. Mit den Anforderungen eines Projektes werden Rahmenbedingungen definiert, die nur schwer einzuhalten sind. Deshalb ist eine neue Definition in Richtung betrieblicher Auftrag oder Fachaufgabe notwendig.
 

Bezeichnungen der Prüfungsteile
Die Bezeichnungen der Prüfungsteile und Prüfungsleistungen sind nicht logisch und selbsterklärend. Z.B.: Wie ganzheitlich sind "ganzheitliche" Aufgaben noch, wenn sie in zwei Qualifikationsbereiche unterteilt sind? Was ist auf dem Zeugnis unter einer "ganzheitlichen Aufgabe" inhaltlich zu verstehen? Diese und andere Bezeichnungen sind im Zuge einer Novellierung aussagekräftiger zu gestalten.

Bearbeitungszeiten
Die Bearbeitungszeiten müssen an die gewählte Prüfungsstruktur angepasst werden.

Bestehensregelungen
Die aktuelle Regelung ist nicht zeitgemäß. Es ist nicht zielführend für die Prüfung, dass ein Prüfling mit einer sehr guten Note in einem Prüfungsbereich (insbesondere WISO) schlechte Noten in anderen Prüfungsbereichen kompensieren und diesen Prüfungsteil bestehen kann. Die Bestehensregelungen sollen in Anlehnung an die Neuregelung der Bezeichnung der Prüfungsteile an die bewährten Regelungen der kaufmännischen Berufe angepasst werden.

Schlussbemerkungen
Die IHK-Organisation plädiert für eine Novellierung der IT -Berufe. Im Zuge einer kommenden Novellierung soll eine Handreichung für die Prüfungsausschüsse erarbeitet werden, um dadurch frühzeitig einen Beitrag zur Vereinheitlichung der Prüfungs praxis zu leisten. Ausbildungsordnung und Handreichung werden gleichzeitig die Grundlage für die Schulung der Prüfer sein.

DIHK Berlin

Oktober 2005

Bitte mailen Sie mir Ihre Anmerkungen zu den DIHK-Vorschlägen!

bheinisch@bielefeld.ihk.de

 

Letzte Aktualisierung:
17.08.2007 14:27:05